1945-1954

Der neue Anfang:

Bereits Ende 1945 begann wieder das Vereinsleben im Turnverein. Hans Dammers konnte bereits im Januar 1946 mit alten und neuen Kräften innerhalb der Handballabteilung des Turnvereins eine zünftige Kappensitzung durchführen. Die Sitzung fand im Säälchen der Gaststätte "Zur alten Post", beim "Stip", statt.  Dabei gaben unsere heutigen Ehrenmitglieder Käthe Hofrath, Pitt Jupp Meisenberg und Peter Reul ihr Debüt. Peter Reul kümmerte sich um die musikalische Leitung. Diese Aufgabe übernahm er bis in die 70er Jahre. Mit unendlicher Geduld studierte er Gesangseinlagen ein und hat sogar eigene Kompositionen vorgestellt. Er trat später auch verschiedentlich als Büttenredner auf, war einige Zeit Geschäftsführer und stellvertretender Präsident.

In diesem Jahr wurde Hans Baumann Vorsitzender. Hierbei zeigte sich, daß gerade der jüngere Nachwuchs vorhanden war und Potential hatte. Von diesem Erfolg beflügelt, rief Hans Dammers alle Grieläächer zusammen und man beschloß, nach Instandsetzung des Saales Kuckertz an die Tradition anzuschließen.

Im Jahre 1947 war es dann wieder soweit: Man kehrte zurück in die Öffentlichkeit und führte, unter primitivsten Bedingungen, drei öffentliche Sitzung durch. Geplant war ursprünglich nur eine, aber die Kartennachfrage war so enorm, daß man nicht drum herum kam, auf drei Sitzungen zu erhöhen. Anstelle der alten, dem Kriege zum Opfer gefallenen Elferratsmützen, fertigte August Weiermann aus Pappe und Papier neue Mützen. Der Grundstein für die weitere Entwicklung der Gesellschaft war gelegt. Bedenkt man die damaligen primitiven Verhältnisse in der schweren Nachkriegszeit, der Saal war kalt, auf den rohen Tischen stand „Biergedächtniswasser“, unter den Tischen die Flaschen mit dem zeitgemäßen „Knolli-Brandy“, so muß man sagen, daß gerade der Karneval frohe Stunden vermittelte und den leidgeprüften Menschen das Leben in Birkesdorf leichter erträglich machte. Ebenfalls im Jahre 1947, wurde Hans Baumann von Peter Meisen als 1. Vorsitzender abgelöst.

Für das Jahr 1948 wurden drei Sitzungen geplant, welche innerhalb weniger Tage restlos ausverkauft waren. Man veranstaltete eine zusätzliche vierte Sitzung mit erhöhtem Eintrittspreis. Der Erlös dieser Sitzung betrug 2213,- Reichsmark und wurde dem neugegründeten Wohlfahrtsfonds der Gemeinde Birkesdorf zugeführt. Die Gemeinde widerrum verteilte das Geld an bedürftige Kommunionkinder.

Einige Monate nach der Währungsreform (Einführung der D-Mark) zur Feier des 11.11. schrieb die Presse:

„In Birkesdorf waren es die Grieläächer, die eine schwungvolle Sitzung starteten. Präsident Hans Dammers leitete die Sitzung und ließ gute Gesangsvorträge, gemeinschaftliche Lieder und allerlei verrückte Einfälle, die viel Freude und Heiterkeit auslösten, parodieren.“

Im Jahre 1949 trat erstmals eine Gesangsgruppe mit Instrumenten auf. Hans Dammers, (Mandoline) Josef Felter (Gitarre) und Ernst Wirtz (Akkordeon) sangen Parodien auf bekannte Schlagermelodien. Diese Vorträge, deren Text Hans Dammers verfasste, gehörten jahrelang zu den Höhepunkten der Sitzungen.


Der erste Rosenmontagsumzug:

Im Jahre 1950 beschloß die Interessengemeinschaft der Birkesdorfer Ortsvereine die Durchführung eines Rosenmontagszuges.
Da man dazu einen Prinzen küren musste, wurde in einer Sitzung der Interessengemeinschaft am 14.2.1950 vereinbart, das die KG Grieläächer Birkesdorf den ersten Prinzen stellen sollte.
Die Grieläächer wählten am Weiberfastnachtstag den amtierenden Präsidenten Hans Dammers einstimmig. Die Presse schrieb zu der Wahl unter anderem:

„Der erste Prinz in Birkesdorf ist ein Prinz, der als Mitgründer, langjähriger Präsident und Büttenredner der KG Grieläächer seit 19 Jahren mit dem heimatlichen Karneval verbunden ist.“

Die Intronisation wurde auf dem Prinzenball unter Beisein zahlreicher Ehrengäste vorgenommen und nach dem Rosenmontagszug fand ein Prinzenempfang im Birkesdorfer Rathaus statt.

Erstmals wurde bei den Sitzungen eine Typenrede als
„Tünnes & Schäl“ ins Programm aufgenommen und sich bis heute im Programm gehalten. Den „Tünnes“ sprach 22 Jahre lang Hans Dammers, den „Schäl“ sprach 14 Jahre lang Heinrich Fuß und anschließend 8 Jahre lang Josef Kaiser, der das Zwiegespräch mit Willi Graff fortführte.

Ab 1950 bildeten die Turnerinnen wieder eine Funkengarde. Die Leiterinnen Änne Fuß, Änne Krischer und Margret Schindler haben sich um den Aufbau verdient gemacht. Nachher übernahm Käthe Hofrath die Leitung und Ausbildung der Mädchengarde. Trotz vieler Engagements in der Gesellschaft (Sängerin, Büttenrednerin, Organisation, Liederheft, Kartenverkauf, Betreuung der Ehrengäste usw usw) hat sie es jedes Jahr verstanden, schöne Tänze aufzuführen, die immer außerordentlichen Beifall erhielten und oft „das Salz in der Suppe“ waren. Sie hat damit den Sitzungen immer etwas besonderes gegeben. Isolde Reul hat sie sehr dabei unterstützt.

Im Jahre 1951 wurde Fritz Fuß Prinz von Birkesdorf und löste somit Hans Dammers auf dem Prinzenthron ab.

Hubert Faßbender hielt im Jahre 1952 mit großem Erfolg seine erste Büttenrede. 22 Jahre lang stand sein Name als Büttenredner und Sänger auf den Programmen unserer Sitzungen und jedes Jahr überraschte er uns mit seinen köstlichen Humor und seiner Vortragskunst. Er war auch weit über unseren Ort hinaus als einer der besten Büttenredner bekannt.

Im Jahre 1952 wurde der um die Einführung des Rosenmontagszuges verdiente Theo Leisten zum Prinzen gewählt.

Als besonderes Ereignis der Vereinsgeschichte verzeichneten die Grieläächer das 2x11 jährige Bestehen im Jahre 1953, wo eine große Prunksitzung stattfand, bei der der Saal Kuckertz die Menschen nicht fassen konnte.

Finni Savelsberg wurde nach Martha Bergrath, Anni Becker und Änne Krischer Funkemariechen. Gekonnt und mit viel Schwung hat sie 8 Jahre lang ihr Publikum begeistert.

Hans Klein, „Iddel“ genannt, war schon einige Zeit Zeremonienmeister. Er hat mit Charme und Würde seine Aufgabe vorbildlich gelöst.

Friedel Eiche, Martin Glasmacher, Willi Graff, Walter Horsch und Karl Reimer übernahmen die Gesangsparodien. Karl Schmidt war verantwortlich für die Dekoration und die Ordensentwürfe.

Jeder Verein braucht halt auch eine Fahne; Lambert Dammers und August Weiermann stifteten 1953 die Grieläächer - Standarte, die heute konserviert im Archiv steht.

Den damaligen Rang der Grieläächer beschreibt ein Zeitungsbericht vom 8.2.1954.

„Grieläächer wieder ganz groß! Zu den besten karnevalistischen Sitzungen im Kreise Düren zählen zweifellos die Gala-Abende der Birkesdorfer Grieläächer, die am Samstagabend zum zweiten mal innerhalb von 8 Tagen einen vollen Saal begrüßen konnten. Die Birkesdorfer haben in jahrelanger Praxis eine eigene Form ihres Karnevals entwickelt, die betont bodenständig ist und vor allen Dingen nur auf Kräfte aus den eigenen Reihen zurückgreift. Das sie gut damit fahren, beweist immer wieder der große Beifall, mit dem auch am Samstag wieder das umfangreiche Programm von Büttenrednern, Schlagerillustrationen, Parodien und Tänze, von Hans Dammers als Präsident des Elferrates geschickt geleitet, bedacht wurden. Selbst eigene Birkesdorfer Liederdichtungen und Kompositionen fehlten nicht in diesem bunten karnevalistischen Kranz. Mit diesem gelungenen Abend beschlossen die Grieläächer ihr diesjähriges Sitzungsprogramm, das ihre Stellung im Karneval des Dürener Landes als eine der führenden Gesellschaften weiter festigt.“

 

 

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